Zum Inhalt springen

Weihnachten – was feiern wir da eigentlich?

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind,
auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus,
Geht auf allen Wegen mit uns ein und aus.

Steht auch mir zur Seite, still und unerkannt,
dass es treu mich leite, an der lieben Hand.

So heißt es in einem der bekanntesten Weihnachtslieder.
Gemeint ist Jesus, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern.

Wurde er wirklich im Jahr 0 also vor 2020 Jahren am 24./25. Dezember geboren?

Dass er geboren wurde, ist inzwischen historisch unbestritten. Zweifelhaft ist jedoch das Datum, das Jahr, sowie der Tag.
Zur Zeit von Jesus war Herodes König in Israel – dieser starb jedoch schon 4 vor Christus. Wenn wir die weiteren genannten Personen der Biblischen Geschichte mit betrachten, dann liegt die Geburt von Jesus wahrscheinlich in den Jahren 7 -4 „vor“ Christus, was ein Paradoxon wäre. ;-).
Genauso fraglich ist der Tag, denn im Winter wurden nie Volkszählungen durchgeführt, aber das war der Grund warum Josef und Maria auf die Reise gehen mussten. Auch waren im Winter keine Hirten mit ihren Schafen auf den Weiden, denn in dieser Jahreszeit gibt es kaum Gras, die Hirten jedoch wurden auf der Weide auf den Stern von Betlehm aufmerksam.
Viel wahrscheinlicher ist die Geburt Jesu, aus den genannten Gründen im Frühjahr.

Warum wurde das Fest dann auf den 25. Dezember gelegt? 

Höchstwahrscheinlich, weil die Römische Kirche mit einen geschickten „Schachzug“ der heidnischen Wintersonnenwende, die bereits immer am 25. Dezember gefeiert wurde, eine neue christliche Bedeutung geben wollte, um so die  Heiden in einer schleichenden Umdeutung Ihres Festes, zu christianisieren. 
Die gleiche Praxis wurde übrigens auch Ostern angewandt, wie schon der Namensursprung – abgeleitet von der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara – vermuten lässt.

Hätte Jesus denn überhaupt gewollt, dass wir seinen Geburtstag feiern?
Denn ein biblisches Fest ist es nachlesbar nicht.

So wie ich Jesus verstanden habe, gewiss nicht!

Was bleibt dann noch?

  • Ein religiöses traditionelles Fest, mit vielen warmen Worten, Liedern und Dekorationen die unsere christlichen Werte symbolisieren sollen.
  • Gefüllte Kirchen, zumindest an diesen Tagen und der Besucheranzahl nach.
  • Viele Menschen, die an diesen Tagen besonders einsam sind.
  • Eine Zeit mit Konsum, Völlerei und Stress.
  • Volle Kassen.

Aus wirtschaftlicher Sicht ein voller Erfolg, 
aus christlicher Sicht eine große Irrleitung.

Zurück zur Wintersonnenwende, dem dunkelsten Tag im Jahr. Einer Zeit in der Licht, Wärme, Freude und Gemeinschaft am notwendigsten ist. Hinzu kommt nach unserem Kalender das nahende Jahresende und damit der Rückblick auf das zurückliegende Jahr und die Planung des kommenden Jahres. 

Wäre es aus christlicher Sicht nicht richtiger, in dieser Zeit nur Gemeinschaft zu pflegen, sich zu vergeben und zu ermutigen und gestärkt ins neue Jahr zu gehen?

Published inAllgemein