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Die Wilde Schöpfung

Wir leben in einer Welt, die immer mehr von Menschenhand geschaffen und dominiert wird, so dass unser Bewusstsein über die eigentliche Schöpfung mehr und mehr in den Hintergrund verdrängt wird.

Wo finden wir noch die ursprüngliche Schöpfung?

In unseren akkuraten Gärten, den Parkanlagen, den Tierparks, den Kulturlandschaften, … – nein, und wenn, dann nur unsere Schöpfung.

Als ich kürzlich die Möglichkeit hatte, an einem Outdoor-Innovationscamp im Nationalpark Nordschwarzwald teilzunehmen, wurde mir dies bewusst. Zwei Tage Wandern und in der natur-überlassenen (bemerke die Silbe „über“) Wildnis, Kochen auf dem Lagerfeuer und Schlafen unter freiem Himmel, haben mir den Blick auf die Schöpfung geöffnet:
Die Schönheit der Wildnis, die Genialität der Natur, die Freiheit draußen.

Mit dem Leben in der und Erleben der ursprünglichen und wilden Schöpfung wurde mir die Herrlichkeit Gottes bewusster wie selten zuvor, aber nicht nur bewusster, sondern auch in mir spürbar wirksam.

In dem ersten christlichen Buch, was ich las, „Der ungezähmte Mann“ spricht der Author John Eldrege von dieser Wildnis und das von ihm erwähnte Lied „Don’t fence me in“ von Cole Porter bringt die tiefe Sehnsucht danach zum Ausdruck.
Wie eingepfercht sind wir doch in unserem von Menschenhand geschaffenen Umfeld. Kein Wunder, dass unser Geist so unfrei und begrenzt ist, in der Enge und Unnatürlichkeit unserer künstlicheren Welt.

Der Ausbruch aus diesem Luxus-Gefängnis befreit unseren Geist. Die Psychotherapie und Tourismusbranche hat dies längst erkannt und spricht von Waldbaden , Forest Bathing oder Shirin Yoku. Klingt nach New Age und nach Esoterik, ist es oft sicherlich auch, aber mit dem richtigen Bewusstsein über die Schöpfung wird daraus eine Befreiung und Herrlichkeits-Erfahrung im christlichen Sinne, und dies vielleicht natürlicher, direkter und stärker als in unseren von Menschhand „gebauten“ Kirchen und Gemeinden.

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