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Unser verletztes Herz I

Wir reden umgangssprachlich von Herzschmerz, das Herz ist das Symbol für Liebe, in der Bibel taucht der Begriff 858 mal auf (hab’s nicht nachgezählt, sondern gegoogelt ;-). Anscheinend scheint sich „hinter“ unserem Herzen noch mehr zu verbergen als die Kreislauf-Pumpe, so etwas wie unsere Seele. Und wenn unsere Seele krank ist, ist auch unserer Körper krank, für diese Erkenntnis muss man keine Psychologie oder Medizin studiert haben, und doch tun wir uns so schwer die Zusammenhänge am eigenen Leib zu erspüren.
In diesem Beitrag will ich das Wissen und die Erfahrung von Günter Ewers in meinen Worten wiedergeben, der sein wiedergeborenes Leben in Form eines christlichen Lebensberaters diesem Thema und allen Krankheitserscheinungen drum rum opfert und schon vielen schwer kranken Menschen helfen konnte.

Unser kindliches reines Herz

Wenn wir das Licht der Welt erblicken sind wir (unser Herz) unbelastet, geistlich vererbte Lasten nicht betrachtet. Wer hat nicht schon unbeschwerte Kinder beim Spielen oder in den Tag hineinleben beobachtet uns sich gedacht, könnte ich mir diese Reinheit und Leichtigkeit doch wieder zurückholen. Leider ändert sich das im Laufe des Lebens schnell, manchmal schon im Kindesalter, oft spätestens in der Mitte unseres Lebens. Wenn wir das mit dem Bild des Herzens, also unserer Seele, beschreiben wollen, wird unser Herz unrein, es dringt etwas in uns ein, was uns belastet.

Unser verletztes Herz

Man könnte diese Unreinheit auch mit Verletzungen bezeichnen, die als Resultat von starker Angst, Ablehnung, Überlastung oder Traumata entstehen.
Aus diesen Verletzungen entstehen Schutzfunktionen in Form von Kontrolle, Wut, Menschenfurcht oder Perfektionismus.
Diese andauernden oder zwanghaften Schutzfunktionen erschöpfen uns und können uns körperlich krank machen. Dies passiert über die dauerhafte Ausschüttung von Hormonen, die uns in gelegentlichen Dosen helfen körperlich abwehrbereiter zu sein, aber in zu hoher und anhaltender Dosis negative Auswirkung z.B. auf das Immunsystem und das Herz-Kreislaufsystem haben. Somit haben Herz-Kreislaufkrankheiten, Rheuma, Krebs, chronische Schmerzen, Depressionen und viele andere Krankheiten oft ihre Ursache in unserem „verletzten Herzen“.

Jetzt spricht die Bibel ja nicht ohne Grund so oft von unserem Herzen, und dass es nicht versteinert sein soll und wir es Gott öffnen sollen. Sie gibt uns sogar Ratschläge wie wir unser Herz rein halten oder es heilen können. Die Bibel spricht von Liebe, Frieden, Güte, Sanftmut und Treue oder anders gesagt von der Herrlichkeit Gottes.

Das geteilte Herz

Die Christen unter uns versuchen im ersten Schritt diese Charaktereigenschaften in sich aufzunehmen, was natürlich der richtige Weg ist, aber nur der erste Schritt, denn solange die Verletzungen noch in uns wirken, wird die wirkliche Heilung kein Chance haben. Wir haben so-zu-sagen ein geteiltes Herz, innerlich „zur Hälfte“ mit Gottes Herrlichkeit gefüllt, aber nach außen immer noch krank. Wir versuchen mit eigener Anstrengung mehr und mehr Sanftmut oder Geduld in uns aufzunehmen und hoffen die Verletzungen damit verdecken zu können, erzielen aber keine anhaltende oder komplette Heilung.

Mit diesem Bild kommt uns die Lösung klar vor Augen: Die Verletzungen müssen weg, damit die Herrlichkeit Gottes komplett in uns einziehen kann und wir ein neues / ungeteiltes Herz bekommen, so sagt es auch die Bibel.

Aber wie?

Indem wir die Ursachen unserer Verletzungen „aus der Welt“ und damit aus unserer Seele / unserem Herzen schaffen.
Bei der Unvergebenheit steckt die Lösung schon im Namen, nämlich indem wir vergeben, und zwar bedingungslos.
Ähnlich sieht es bei der Verbitterung aus. Die Erlösung von Ablehnung ist auch nicht schwer zu finden, nämlich indem wir demjenigen verzeihen, der uns abgelehnt hat, ja vielleicht auch erkennen, warum er dies getan hat oder aus inneren Zwängen tun musste.
Bei Überlastung müssen wir nur mal kritisch auf unseren Alltag schauen oder vielleicht die eine oder andere Götze erkennen und die Dinge über Bord werfen.
Die Ursachen von Angst und Trauma sind nicht immer so leicht zu finden, denn hier sitzen die Narben manchmal „tief“ in unserer Vergangenheit. So hat zum Beispiel Platzangst ihre Ursache oft in einem Erlebnis, bei dem wir fast erstickt sind. Hier kann psychologische Analyse oder seelsorgerliche Beratung oder auch Gebet Erleuchtung bringen.

Also zusammengefasst, indem wir die Ursachen für Verletzungen ergründen und auf die entsprechende Art beseitigen.

Haben wir dies gemacht, haben wir es aber noch nicht ganz geschafft, denn derartige Verletzungen können wir wieder erfahren. Den Schutz davor kann uns nur die Herrlichkeit Gottes , sprich ein Herz voller Liebe, Frieden, Freude, Güte, Geduld, Sanftmut, … geben, je voller desto besser – und das ist die gute Nachricht:

Ein Schutz, der nicht nur schützt sondern auch noch erfüllt!

Das ungeteilte / neue Herz

Im nächsten Beitrag werde ich unser Herz in Beziehungen, Früchten und Gaben beleuchten.

Published inAllgemein